Hinterlandbühne Rügen e.V.

Der Abbund

Dienstag, 24. Juni 2008 von Boris

Samstag, 21. Juni 2008

Sonnenwende, der längste Tag.
Christian und Martin machen sich an die Eichenschwelle. Die Eckverbindungen werden mit einem “französischen Druckblatt” gearbeitet.

Es gibt noch einige Verwirrung, da die Schwellen wegen eines Problems beim Aufsägen zum Teil keinen Quadratischen Querschnitt haben, so daß mit dem Hobel nachgearbeitet werden muß.
Am Abend liegt die Schwelle halbwegs und die Probleme sind erkannt.
Wir fahren alle gemeinsam zu Heinrichs Gartenfest.

Sonntag, 22. Juni 2008

Am Vormittag kümmere ich mich um den Garten, nachmittags machen wir einen Ausflug an den Nordstrand und zu den Kreidefelsen.

Montag, 23. Juni 2008

Ab heute stößt Veit dazu.

Martin und Christian korrigieren die Schwelle durch Hobeln und Verschieben. Daniel leitet das Baubüro, ermittelt genaue Maße anhand des Modells und der verschiedenen Pläne. An das Bauteam gehen “Bestellzettel heraus.

Veit und Martin binden Stiele im Paket ab. Das heißt, die Kanthölzer werden mit Spanngurten zusammengezurrt und abgelängt. Dann werden mit entsprechend eingestellten Handkreissägen die Zapfen abgesetzt.

Arbeitsabläufe werden beredet und optimiert.

Daniel und ich klären Maße und Konstruktionsdetails. Am späten Nachmittag wird das erste Element, die Südwest zusammengesetzt, dann werden die geschweiften Streben ausgesucht und den Bauteilen zugeordnet.

Dienstag, 24. Juni 2008

Daniel rechnet im Baubüro. Immer wieder tauchen Unklarheiten zwischen den verschiedenen Entwürfen auf. Es wird erforderlich den ganzen Bau noch einmal durchzurechnen.
Für das Einpassen der geschweiften Streben ist besondere Sorgfalt nötig

da es keine Geraden gibt, von denen sich die Maße auf Schwelle und Rähm übertragen lassen.
Die Innenseite ist die Bundseite, das heißt hier liegen die Balken bündig, da sie von dieser Seite gesehen werden, während sie an der Außenseite durch Dämmung und Schalung verdeckt sein werden.

Am Abend sind drei Erdgeschoßelemente fertig mit Holznägeln vernagelt.
Ich positioniere die Findlinge, auf denen die Säulenfüße montiert werden und betoniere sie ein.

Mittwoch, 25. Juni 2008

Martin und Christian bauen die Nordwestecke zusammen.

Martin macht sich an die Westwand. Daniel rechnet die Ostwand und überprüft die Dachneigung.

Wie jeden Mittwoch findet am Abend die Pizzaria statt, diesmal als Public viewing des Halbfinalspiels, Deutschland/Türkei.

Donnerstag, 26. Juni 2008

Die vier Elemente von Süd und Nordwand werden fertig. Die Westseite ist fast fertig abgebunden, der ganze Bau gerechnet.

Christian und Martin sind noch zwei Tage hier, dann geht es in kleinerer Besetzung weiter.

Freitag, 27. Juni 2008

Die Arbeit konzentriert sich auf die Westwand. Daniel macht die Blätter für die Nord und Südwand erste Etage, Schwelle und Rähm.

Christian passt die zweite geschweifte Strebe in die Westwand ein.



Am Nachmittag, als es mal wieder schauert, fahren wir nach Posewald, um zu hören, ob da vielleicht Wandergesellen sind, die im Anschluß an Christian und Martin hier mitmachen wollen.
Die fünf Gesellen die wir dort treffen, sind allerdings schon auf anderen Baustellen beschäftigt.
Zu Mittag hatte uns Frau Dittrich einen Schweinsbraten gemacht, der uns auch am Abend nocheinmal erfreut.

Samstag, 28. Juni 2008

Christian macht noch eine Strebe für die Westseite fertig. Daniel arbeitet an den Überblattungen, Martin stemmt die Rähme und Schwellen der oberen Etage, Veit stellt die Stiele und Riegel Nord und Südwand oben her.



Gegen Mittag richten wir die Westhälfte, bei leichtem Regen.

Die Bauelemente passen und werden mit Spanngurten verzurrt und mit dem Vorschlaghammer zusammengetrieben.



Nach zwei Stunden steht die Westhälfte.

Am Nachmittag macht Christian los.

Am Abend kommt Wonni an.

Am späten Abend ergibt sich noch eine kleine Feier auf der Baustelle. Wir freuen uns an dem Entstandenen und phantasieren uns in das fertige Gebäude.

Sonntag, 29. Juni 2008

Ruhetag. Am Nachmittag machen wir einen Ausflug zum Backofenfest bei Britta und Frank.
Am Abend wird mit einigen Gästen das Endspiel in der Pizaria angeschaut.

Montag, 30. Juni 2008

Am Morgen reist Martin weiter.

Daniel macht die letzten Blätter für die Nordseite Rähm und das Bühnenportal fertig. Veit geht an die Ostseite. Den ganzen Tag sieht man ihn messen, gelegenlich sägen und fragt sich, was da eigenlich vor sich geht.



Ich meißle die Bundzeichen in die fertigen Bauteile.



Wonni arbeitet an der Lehmfront bei Juhle.
Am Abend gegen 21 Uhr kommt der Ruf: “Jetzt Leute, kloppen wir das Sprengwerk zusammen.
Bei lauter Musik und in atemberaubenden Tempo werden die vier Teile zusammengesetzt und die Sprengwerksstreben aufgelegt.


Die Bühnenöffnung streckt sich über zwei Etagen. Noch lange genießen wir das Bild. In ausgelassener Stimmung beenden wir den Tag.

Das Sprengwerk liegt, am nächsten Tag soll es gestellt werden.

Dienstag, 1. Juli 2008

Das Sprengwerk wird von Daniel genau ausgerichtet, die Streben angezeichnet. Ruhig und konzentriert arbeiten Veit und Daniel an dem entscheidendsten Bauteil, während Petra die Baustelle aufräumt.


Am Abend soll das Sprengwerk aufgestellt werden.



Anspruchsvolle Verbindungen sind herzustellen

Auch Platz für Erotik muß sein.


Gemeinsame Arbeit


bei angenehmer Musik

führt zu überzeugenden Ergebnissen. Das Dorf ist zusammengetrommelt.



Das Bühnenportal beim Kreuzen über schwieriges Gelände.

Und dann mit vereinter Kraft


Höher


Höher


noch höher


wir schaffen es


haltet es an den Gurten


Und die Seitenteile


alles passt


Champagner mit Erdbeeren


Helden


Der nächste Morgen


Soweit sind wir


Und noch immer blühen die Rosen

Vor dem Abbund

Freitag, 06. Juni 2008 von Boris

Vorab der aktualisierte Zeitplan:

Wir liegen ganz gut in der Zeit. Soviel zunächst.
Der Abbund kann planmäßig ab dem 16. Juni beginnen.
Die geschweiften Streben und das Sprengwerk sind fertig.
Die Maurerarbeiten am Hauptgebäude werden bis zum 12. Juni abgeschlossen sein.
Quartiere stehen bereit.
Das Richtfest mit dem Benefizkonzert Rainalds wird am 2. August planmäßig stattfinden.
Nun die letzte Woche im Überblick.

Sonntag, 1. Juni 2008

Mit meinem Vater besuche ich die Insel Vilm.

Montag, 2. Juni 2008

Gunda und Jaqueline reisen weiter.

Wonni hatte die Seuche inzwischen auch erwischt. Er kommt mit dem Fahrrad und mauert den ganzen Tag.

Christian beendet die sichelförmigen Kopfbänder und macht sich an das Sprengwerk.

Dienstag, 3. Mai 2008

Es ist warm, sehr trocken und wie auch in den letzten Tagen herrscht kräftiger Ostwind, der einem ganz schön den Kopf verdrehen kann. Man muß auf Sonnenschutz achten und viel trinken.
Die Partyzelte leisten wichtige Dienste.

Christian baut die Böcke und bringt dabei den Kettenstemmer zum ersten Mal zum Einsatz.
Wonni mauert die ersten zwei Reihen der Nordhälfte. Gelegentlich betrachten wir die Graffitiverzierten Steine und beraten deren Verteilung in der Wand. So baut Wonni neue Bilder.
Ich komme endlich ausgiebig zum Schachten und unternehme wieder meine Wallfahrten.

Mein Vater brennt den rechten Türflügel des Eingangsportals ab, an der in früheren Zeiten jemand mit der Lötlampe wenig segensreich gewirkt hatte. Die doppelflügelige Tür stammt aus einem Binzer Hotel der Gründerzeit.
Am Abend gibt es Spargelsuppe und Salat. Spät sitzen wir noch in kreativer Stimmung und beraten die Ausgestaltung des Innenraumes. Wo kommen die Steine mit den Tierpfotenabdrücken am besten zur Geltung, An welchen Teilen des Gebäudes kann ein Holzbildhauer arbeiten.

Mittwoch, 4. Juni 2008

Christian macht los, wird aber Ende Juni wieder hier auftauchen und beim Abbund helfen.
Wir bereiten die Pizzaria vor. Es ist ganz schön Betrieb am Abend. Das Brot wird ausgezeichnet.

Donnerstag, 5. Juni 2008

Ich mache Mischung für Wonni, der mauert, mein Vater föhnt und schleift. Ich schachte, Wonni nähert sich an der Nordseite der vierten Schicht.
Am Abend betonieren wir die erste Lage Nebengebäude, Westwand.

Freitag, 6. Juni 2008

Mein Vater arbeitet weiter an der Tür. Ich lade Bilder für den Blog hoch und schachte dann. Wonni mauert weiter an der Nordwand. Ich schale am Spätnachmittag. Am Abend gießen wir Beton. Beendet: Das Fundament Nebengebäude Südwestecke, erdbündig bis Nordwand.

Samstag, 7. Juni 2008

Mein Vater reist gegen Mittag ab. Ich arbeite mit Ole. Wonni beendet die Maurerarbeiten an der Westwand des Hauptgebäudes.
In einer kreativen Gartensitzung lege ich die Raumaufteilung der Nordseite fest. Die Sauna wir später an das Gebäude angeschleppt. Es ist nun genug Platz für Toiletten und ein Bad.

Sonntag, 8. Juni 2008

Am Morgen gießen wir das Westfundament Nebengebäude. Die Zeit wird knapp, aber wir werden bis Donnerstag die Betonarbeiten am Fundament abgeschlossen haben und die Mauern des Nebengebäudes soweit festgelegt haben, daß mit dem Abbund sowohl des Haupt, als auch des Nebengebäudes begonnen werden kann.
Am Abend beschäftige ich mich mit der Position von Schornstein, Ofen und Treppe im Hauptgebäude. Es wird einen Lehmofen geben, ähnlich wie im Haus, der den Saal heizen kann und möglicherweise um ein Warmluftsystem bereichert ist. Der Schornstein soll an der Nordwand liegen wo er die Sicht auf die Bühne am wenigsten beeinträchtigt. Die Treppe wird in der Nordwestecke sein, Viertelgewendelt.
Für die Auflagen der Säulen wählte ich zwei Feldsteine aus, die mir immer schon als besonders charaktervoll erschienen.




Montag, 9. Juni 2008

Es ist noch immer trocken und warm. Die Sonne brennt unerbittlich.
Wonni mauert die Nordseite zuende. Ich schachte die Ostseite, nachdem ich das Holunderwurzelwerk gerodet habe. Bis zur Abenddämmerung betonieren wir den Graben.

Dienstag, 10. Juni 2008

Ich schachte die Nordostecke. Am Nachmittag bin ich durch. Wonni mauert die Nordostecke des Hauptgebäudes und beendet gleichzeitig mit mir den Bauabschnitt.


Damit gibt es heute etwas zu feiern. Nachdem wir noch am Abend die Südostecke bis zur Oberkante betoniert haben, stoßen wir an.
Noch immer ist es trocken, doch zeigen sich erste Wolken, was das Arbeiten sehr erleichtert. Allerdings bleibt der ersehnte Regen aus.

Mittwoch, 11. Juni 2008

Am Morgen kommt der Betonkies, diesmal in besonders zweifelhafter Qualität. Nicht nur deutlich Lehmig, sondern auch noch mit allerhand Wurzelwerk duchsetzt. Wir setzen die Zementmenge herauf.
Bis halb eins gießen wir die Nordostecke. Wonni beginnt die Wandanschlüsse zu mauern und ich bereite die Pizzaria vor. Wieder wird es am Abend sehr voll.

Donnerstag, 12. Juni 2008

Ich schale die Nord und Ostseite. Wonni mauert, legt die Nordostecke und die Garagenseite an.
Anschließend gießen wir Beton. Am Spätnachmittag reist Wonni ab.


Freitag, 13. Juni 2008

Ich habe frei.

Samstag, 14. Juni 2008

Ruhetag, ich mache den Umzug in den Zirkuswagen. m bend gibt es eine nette Party anläßlich des Skulpturensommers bei Graf Knyphausen.

Sonntag, 15. Juni 2008

Ruhetag. Trödelmarkt in Gingst.

Montag, 16. Juni, 2008

Heute geht laut Plan der Abbund los. Ich schale die Nordseite aus, räume das Baufeld auf und kümmere mich um liegengebliebene Überweisungen. Veit ruft an. Er kommt am Donnerstag dazu, hat noch eine große Handkreissäge und einen Balkenhobel angeschafft, Daniel hat einen Bohrhammer besorgt.

Dienstag, 17. Juni 2008

Ich sense die Holzstapel frei, die einzuwachsen beginnen. etzt, wo es wieder ab und zu regnet, kommt einiges an Arbeit dazu. Die Rosen blühen prächtig. Ich bin mit der Volksküche dran. Es gibt Spargel und zum Abschluß Erdbeeren mit Schlagsahne.
Am Vorabend trifft ein Wandergeselle ein, Martin, Zimmerer von den “Freien Voigtländern”, wie Christian, über den er auch hierherfand. Er kündigt Christian für Donnerstag an. Sie werden eine Woche bleiben, bevor es nach Rumänien, nach Hermannstadt weitergeht.
Am Abend kommt Sebastian mit dem Fahrrad hier an. Er war für ein paar Tage in Kopenhagen.

Mittwoch, 18. Juni 2008

Ich bereite die Pizzaria vor. Martin baut die Böcke fertig, die Christian angefangen hatte und macht sich an die Holznägel. Am Abend kommt Veit. So gibt es erste Absprachen, was die Vorgehensweise angeht.

Donnerstag, 19. Juni 2008

Martin baut Böcke. Sebastian schneidet die Pflanzungen der letzten zwei Jahre frei. Ich räume die Pizzaria auf. Am Abend kommt Christian. Ab Gagern hatte Daniel ihn mitgenommen.

Freitag, 20. Juni 2008

Der Hufschmied war angesagt, deshalb fahen wir aus, um die Pferde etwas zu ermüden, damit sie ihre Energie nicht beim Beschlagen unter Beweis zu stellen versuchen.
Christian und Martin bauen Böcke. Aus den Abschnitten des Sprengwerks werden besonders formschöne Exemplare.


Am Abend findet die große Baubesprechung statt. Es geht ganz schön zur Sache. Wer soll den Hut aufhaben, beziehungsweise den Gesamtüberblick. Veit schlägt vor , Daniel solle soweit wie möglich den Bau durchschauen. Wir verwerfen den Gedanken, das gesamte Gebäude vorher anzureißen, zu viele Fehler könnten sich so einschleichen.
Am Samstag soll die Schwelle gelegt werden, dann werden wir Etage für Etage vorgehen. So wird der Samstag zum Start des Abbunds. Veit steigt am Montag ein.

Wandergesellen

Freitag, 06. Juni 2008 von Boris

Sonntag, 18.5.2008

Am Nachmittag, als die Geburtstagsrunde in der Sonne das Leben genießt, stehen plötzlich zwei Wandergesellinnen im Garten. Eine von ihnen ist Gunda, die Schneiderin, die vor anderthalb Jahren mit Ulf dem Schmied einige Zeit hier im Ort verbrachte.
So eine Freude. Sie bringt eine junge Tischlerin los, Jaqueline. Die beiden werden ein paar Tage bleiben.
Am Abend gibt es ein großes Spargelessen, das Abschiedsessen für Matthias und seine Feierrunde, die ihm zu seiner Frühjahrskur gefolgt ist.

Montag, 19. Mai 2008

Am Vormittag reisen Matthias und Dirk ab. Gunda und Jaqueline machen sich ans Bretterschälen. Wonni und ich gießen drei Stunden lang Beton.

Der Kettenstemmer ist eingetroffen und ist in Ordnung.

Dienstag, 20. Mai 2008

Heute stieß Christian zu uns. Der dritte Wandergeselle, auch ein Tischler, der noch am Vormittag wegen einer Fußverletzung aus dem Krankenhaus entlassen worden war.
Ich biege die Gewindestangen. Am Nachmittag ein Gespräch mit Wonni. Der Zeitplan ist eng, wenn wir nicht einen Zahn zulegen, kann es knapp werden.
Am Abend ist der dritte Betonguß Fundament getan, die Gewindestangen sind gesetzt.
Christian würde gern zu Übungszwecken ein paar Balken handbehauen. Ich werde die entsprechenden Stämme noch nachordern, da uns der Förster wegen des Frostringes in der Eiche noch etwas schuldet.

Mittwoch, 21.Mai 2008

Christian und Jaqueline bereiten das Besäumen der Bretter vor, Gunda kümmert sich ums Haus, ich bereite die Pizzaria vor, Wonni mauert eine lange Schicht und beendet die Innenausmauerung. Achim kommt mit einem Freund, Matthiaas zu Besuch um seinen Geburtstag hier zu feiern.

Donnerstag, 22.Mai 2008

Die drei Wandergesellen entrinden und besäumen. Wonni und ich räumen in der anderen Haushälfte auf, dann machen wir uns ans betonieren.

Gegen 20 Uhr sind die Betonarbeiten am Hauptgebäude abgeschlossen. Dominik, ein anderer Freund Achims reist an.

Freitag, 23.Mai 2008

Die Gesellen schälen und besäumen. Ich bereite oben Schlafgelegenheiten für den Sommer vor.
Ich will in den Wagen umziehen und meine Räume oben für die Helfer oder Besucher freigeben.
Ich hoffe, daß die Sommergäste die Versorgung der Bautruppe übernehmen.

Samstag, 24. Mai 2008

Ich bereite meine Lesung vor. Die Gesellen fahren nach Posewald, die Gäste besichtigen Prora.
Wir hatten Hecht vom Fischer geholt, den gibt es am Abend.

Sonntag, 25. Mai 2008

Am Vormittag holen wir Gunda und Jaqueline in Posewald ab und machen einen Ausflug in den Goorwald. Wieder betört uns die herrliche Schirmeiche.
Am Abend meine Lesung im Cafe Meyer.

Montag, 26. Mai 2008

Es regnet den ganzen Tag. Das war bitter nötig. Gunda ist krank. Irgendein fieser Virus geht um, der die Verdauungsbereiche stark fordert.

Wonni kommt gegen Mittag und beginnt zu mauern. Christian und Jaquelinne schälen und besäumen, unter erschwerten Bedingungen, mit nassen Schuhen.
Der Förster liefert die Stämme zum behauen.

Dienstag 27. Mai 2008

Wonni mauert zwölf Stunden. Christian macht sich ans behauen des Probebalkens.

Ich mache Mischung, karre Steine, schlage den Überstand am Fundament weg, wo uns die Schalung gekommen war, rode zwei Holunder, die auf meiner Schachtspur liegen.

Mit Daniel zusammen messe ich die Säulen ein
Christian klären die Vorgehensweise für die geschweiften Streben ab. Aus den gekrümmten Baumteilen hatten wir 16 Zentimeter dicke Bohlen gesägt, die zu den geschweiften Streben werden sollen. Am Abend macht Achim Kartoffelpuffer für die ganze Bande und später kommt noch der Mandelsulz auf den Tisch.

Mittwoch 28. Mai 2008.

Christian macht sich an die Streben. Es dauert eine Weile, bis sich herauskristallisiert, daß ein Anschlag für die Kettensäge dringend erforderlich ist. So wird das Schwert durchbohrt und mit zwei Eichenklötzen der Anschlag gebaut, damit im rechten Winkel gesägt werden kann.

Wonni mauert den ganzen Tag. Er legt die Südwestecke an.

Seuchenmäßig hat es jetzt Jaqueline erwischt. Gunda und ich bereiten die Pizzaria vor, Daniel macht die Teige.
Während die ersten Gäste eintrudeln stehe ich noch am Mischer und mache Wonni die Mischung für den nächsten Morgen, dann stehe ich am Ofen. Gegen Mitternacht holen wir ein sehr gute Roggensauerteigbrote aus dem Ofen.

Donnerstag, 29. Mai 2008

Wonni mauert elf Stunden, Christian arbeitet an den geschweiften Streben, ich karre Steine, schachte und fahre Erde zum Wall.

Am Morgen war Erika Pauline da. Sie ist Pastorin, hatte früher einen Lehrstuhl in Camebridge für feministische Theologie inne und ich wünsche mir, daß sie zum Richtfest eine Andacht hält, oder einen Segen über das Gebäude spricht.
Wir unterhalten uns lange über die Geschichte des Segnens, die Arten der Segnung. Sie hatte einen Text von Pasolini herausgesucht, der sehr schön unseren nichtkonsumistischen Ansatz beschreibt. Das werden sicher spannende Gespräche mit den Helfern und Förderern. Tritt Erika im Talar auf, so ist das eine Amtshandlung. Was für Gottesbilder sind hier vertreten. Kann man einen Balken beschriften mit “Gott segne dieses Haus” oder gerät man da in eine kirchliche Ecke, in die man nicht kommen will. Welche Kraft bezeichnen wir als Gott?
Am Abend nach einer nachmittäglichen Keksmahlzeit, gehen Gunda, Achim und ich im Pansevitzer Park spazieren und sind völlig bezaubert von dessen Schönheit. Davor mußte ich als Gemeindevertreter noch an einer Gemeinderatssitzung teilnehmen. Wie es um den Bau steht, wurde gefragt. Es ruht auch von dieser Seite eine gewisse Aufmerksamkeit auf dem Projekt.
Ob die “Künstler” das hinkriegen. Immerhin haben sie es hingekriegt, das Holz aus dem Pansevitzer Forst zu ordern und zu verarbeiten, das heischt Respekt.

Freitag, 30. Mai 2008

Früh säge ich auf dem immer kleiner werdenden Holzstapel vorne die unbesäumten Bretter zurecht. Christian ist den ganzen Tag an den Streben. Zwischendurch gibt die große Kettensäge den Geist auf und wir müssen meine kleinere umbauen. Am Nachmittag haben Jaqueline und Gunda den großen Bretterhaufen bewältigt. Ich schachte.

Wonni mauert die Südseite zuende. Damit ist die Hälfte des Hauptgebäudes geschafft. Am Abend spanne ich an und wir fahren nach Gagern zum Milchholen. Die Wiesen sind frisch gemäht und so kann ich große Strecken im Gallopp unserem Ziel entgegenjagen.
Mit den jetzt ruhigen Pferden fahren wir noch eine Stunde lang Holz. Jetzt sind die Kanthölzer alle auf dem Bauplatz. Die geschweiften Streben sind fertig.

Das Sprengwerk liegt zum Besäumen bereit. Achim kocht ein wunderbares Gulasch. Es ist sein letzter Abend hier.

Samstag, 31. Mai 2008

Am Vorabend kommt mein Vater per Bahn hier an. In ganz Süddeutschland gab es Unwetter. Hier fiel schon lange kein Regentropfen mehr.
In der Nacht hat das Virus dann auch mich erwischt. Unterdessen entwickelt sich Sebastians Beet auf dem Aushubhausen ganz großartig.

 

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