Samstag, 2. August 2008
Um fünf Uhr beginnt derRichtfesttag mit dem Sortieren von Werkzeugen. Um elf Uhr soll der Festakt im Wall stattfinden und bis dahin ist noch viel zu tun.
Heiko baut weiter die Ton und Lichttechnik auf. Die verschiedenen Verköstigungsstände werden eingerichtet. Der Backofen wird eingeheizt. Veit montiert noch schnell ein Treppengeländer.
Aber die Hauptaktivitäten sind das Aufräumen und Hübschmachen des Geländes, der Baustelle.
Und dann versammeln sich alle im Wall, der ja aus dem Baugrubenaushub zuendegestaltet wurde.
Es ist wunderschön sonnig und sehr heiß.
Frank leistet Erika Pauline Fechner Beistand, die als Pastorin und Freundin des Projektes ein Grußwort an die Runde richtet.
Ihr folgt der ehemalige Intendant und Regiesseur Ekkehrd Prophet, auch er vor gleißender Sonne beschirmt, während er Brechts “Fragen eines lesenden Arbeiters” und die Ringparabel aus dem Nathan darbietet.
Lange hatten wir diskutiert, wie weltlich oder wie spirituell ein Richtfest sein kann. Bald war entschieden, daß der Festakt am neuen Haus den Handwerkern vorbehalten bleiben soll und die Grußworte als Auftakt im Wall ihren Platz bekommen sollten, aus der Erde heraus.
Dann schlüpften Daniel und Veit in die von Maike geputzte Richtkrone und marschierten los.
Tom hatte den Galgen vorbereitet, das Bierfass stand bereit.
Der “Hausherr” hält seine Dankesrede und erwähnt hoffentlich jeden der Helfer und Unterstützer. Das dauert.
Nachdem die Handwerker ihre Sprüche gemacht haben, von Wonni gedichtet und verteilt, schwebt die Richtkrone unter Beifall in die Höhe.
Der Hausherr schraubt die Eichel ein. . . .
Dann folgt der unvermeidlich nur halb geglückte Fassanstich.
Das Zertrümmern der Gläser mißlingt und muß wiederholt werden.
Wir entscheiden, darin kein schlechtes Zeichen zu sehen.

Und dann beginnt das Programm.
Gunther ist wieder dabei. Er ist der erste Künstler auf der neuen Bühne
Unterdessen wird noch am Abendprogramm gefeilt.
Und an derDorfstraße, Kistenklettern mit Ole.
Und schließlich der Abend und die Nacht. Rainalds Heimspiel, Yves legt auf, wir feiern bis es wieder Tag ist.
Wenn eine Party so richtig abgeht, fallen die Photographen aus.
Es war eine gut Party, der vorangegangenen Arbeit durchaus würdig.
Sonntag, 3. August 2008
Viele hatten Zelte aufgebaut. Gegen neun sind die letzten ins Bett, gegen zehn treffen sich die ersten zum Frühstück.
Zurück bleiben wenige Gezeichnete und versuchen sich in den nächsten Wochen wieder einigermaßen in der Realität einzurichten.
Sonntag, 27. Juli 2008
Alle Räder stehen still. Am Abend habe ich ein Gespräch mit Erika Pauline Fechner, der Pastorin und Ekkehard Prophet, dem ehemaligen Intendanten vom Brandenburger Theater und Rüganer aus Samtens. Es geht um die Form der Richtfeier, welchen Segen werden wir aussuchen, wie kirchlich darf die Veranstaltung sein. Es soll ein weltlicher aber spiritueller Festakt werden. Wir entscheiden uns für den Wall als Beginn. Aus dem Erdbauwerk, das gleichzeitig wie das Theater entstand, soll die Richtkrone zum neuen Gebäude getragen werden.
Am Abend treffen Claudia und Wonni ein. Später kommen Ulf und Frank, dann steht Jaqueline im Garten und kündigt eine Freundin, Kirsi an. Claudia brachte eine dicke Holzeichel mit, die einen Ehrenplatz im Gebäude bekommen soll.
Das Endspurtteam rauft sich zusammen. Es wird eng werden und gleichzeitig mit dem Fertigstellen des Rohbaus, muß nun auch das Fest vorbereitet werden. Wir erwarten mehr als zweihundert Gäste.
Montag, 28. Juli 2008
Daniel macht sich an die schweren Pfetten.
Jaqueline und Kirsi verlegen die Dielen im Rang. Frank und ich bauen den Eingangsbereich.
Ich bereite das Verlegen des provisorischen Fußbodens im Zuschauerraum vor.
Wonni richtet den Bienenwagen als Schlafplatz ein. Claudia klart das Grundstück. Frank übernimmt die Küche.
Dienstag 29. Juli 2008
Daniel beendet die Pfetten. Wonni mauert die Westseite des Nebengebäudes.
Oben wird am Boden weitergearbeitet. Alfred und ich verlegen den Boden unten.
Sebastian und Hannah kochen, Frank organisiert Küche und Haus. Später baut Sebastian draußen die Gartendusche.
Vor dem Mitagessen montieren wir die Pfetten. Das sind nun die schwersten Teile, die wir zu bewegen haben.
Inzwischen treffen immer mehr Gäste ein, die sich sofort mit reinhängen.
Nun kommen die Pfetten an ihren Platz. Lange haben wir sie im Holzhaufen liegen gesehen, immer wußten wir, wo sie einmal eingebaut werden.
Immer wieder ist es beglückend zu erleben, wie sich die Kraft einer Gruppe potenziert. Über dem Abgrund schweben die Pfetten auf die Zapfen. Wieder Passt alles wunderbar, dank der Meßkünste Daniels.
Claudia arbeitet sich ein und hilft Daniel beim Vernageln. Juhle montiert den Draußenwasserhahn, so daß die Dusche in Betrieb gehen kann. Wonni mauert nun unter den neuen Pfetten.
Am Abend sitzen wir zum ersten Mal im Gebäude. Nebenbei laufen die Festvorbereitungen. Getränke und Essensorganisation, Technik.
Die Spannung wird immer stärker, und steht den Helfern ins Gesicht geschrieben. Wie zum Beispiel Frank.
Mittwoch, 30. Juli 2008
Daniel, Claudia, Jaqueline und Kirsi beenden den Fußboden oben. Später steigt Veit mit ein. Daniel macht sich an die Sparren. Wir transportieren Stühle aus Gingst heran. Frank und ich bereiten die Pizza vor. Die letzte Pizzaria vor dem Richtfest. Herrliches Sommerwetter, es wird brechend voll. Weit über hundert Gäste werfen einen letzten Blick auf die Baustelle.
Nach einer Planungsbesprechung mit Frank B. macht sich Veit an das Aufreißen der Treppe. In den sehr kleinen Deckenausschnitt will er eine viertelgewendelte Treppe mit bequemer Stufenhöhe zaubern. Bis weit nach Mitternacht dauert der Aufriß.
Donnerstag 31. Juli 2008
Zwei Tage bleiben uns, zur Not die Nächte.
Jaqueline, Claudia und Kerstin sind das Sparrenteam. Sie montieren die Sparrenpaare mit Hilfsleisten zu Dreiecken, die dann auf das Gebäude gehoben werden können
Sebastian kümmerst sich mit dem Freischneider um den “Zeltplatz”
Veit baut die Treppe, Kirsi geht ihm zur Hand. Eine Luxusbautreppe.
Leon und Ben bereiten den Einbau des Geländers vor. Erik entnagelt die alten Geländersäulen.
Freitag, 1. August 2008
Der letzte Tag
Die Bodentruppen schaffen die Sparren heran.
Das erste Sparrenpaar liegt oben.
Die Bodentruppen reichen die Sparrenpaare nach oben und gehen dann einmal ums Haus um Dachverschalung heranzuschaffen.
Das Montageteam nimmt die Sparren entgegen,
hebt sie auf die Pfetten, wo sie ausgerichtet und vorläufig befestigt werden.
Das letzte, dreizehnte Sparrenpaar findet seinen Platz.
Momo hatte eine wunderbare Tomatensuppe gekocht, mit den frischgebackenen Brötchen, ein köstliches Mahl.
Während Daniel die Sparren vernagelt,
wird der alte Robinsonbühnenboden an seinen vorläufig nächsten Platz gebracht,
wird der Fußboden unten beendet,
filzt Hannah einen “Rote Kugel” Wandbehang,
mauert Wonni an der Westfront,
wird die alte Keramikspüle in Partyposition gebracht. Und dann soll noch Schalung genagelt werden, aber nach wenigen Brettern, naht eine bedrohliche Schlechtwetterfront,
die uns dazu zwingt, auf die Schalung zu verzichten und die vorbereiteten Planen aufzunageln.
Die empfindliche Ton- und Lichttechnik ist schon im Gebäude und muß geschützt werden.
In der Nacht leuchten Claudia und ich mit Heiko die Show ein. Gegen drei Uhr ist Feierabend.
Donnerstag, 24. Juli 2008
Veit und Daniel nageln die Deckenbalken auf und passen dann die Schwelle im Obergeschoß an.
Am Abend werden die ersten Wandelemente gerichtet.
Frank, Alfred und ich schaffen die Fußbodendielen für das Obergeschoß ran, sortieren sie durch und beginnen sie zu verlegen.
Am Abend kommt es zu langen Klimawandelgesprächen mit Rainald.
Freitag, 25. Juli 2008
Veit und Daniel vernageln die gestern gestellten Wandelemente mit Holznägeln und passen die Streben ein, dann richten sie die erste Etage.
Frank und ich besäumen die Fußbodenbretter.
Ich schnitze Holznägel. Wonni mauert die Fundamentsockel der Nebengebäude.
Samstag 26. Juli 2008
Daniel beginnt den Boden oben zu verlegen und sägt die Falze aus den Dielen.
Die Fußbodendielen sind fünf Zentimeter dick und ohne Falze gesägt. Veit hatte einen großen Arbeitstisch gebaut, auf dem die Dielen nun mit der Handkreissäge einen Falz gesägt bekommen, beziehungsweise entsprechend ihrer späteren Verwendung konisch der gerade besäumt werden.
Ich besäume Dielung. Es ist sehr heiß und die Sonne sticht. Mit den schweren Maschinen kommt man ganz schön ins Schwitzen. Mit dem Sägemehl bildet sich so ein recht interessanter Belag auf dem Körper.
Mittwoch, 2.Juli 2008
Am Morgen erreicht uns die Nachricht, daß Veit für einige Zeit aus familiären Gründen ausfällt..
Daniel richtet die bislang stehenden Wandteile aus und vernagelt die Rähme Ostseite.
Ausrichten heißt in diesem Fall: mit dem Maßband werden die Winkeldiagonalen überprüft, die Höhen nachgemessen, dann werden die Teile mit dem Vorschlaghammer, dem “Überzeuger” korrigiert. Die Zapfenlöcher werden gebohrt, die zuvor befeuchteten Holznägel eingeschlagen.
Vor der abendlichen Pizzaria wird das Grundstück aufgeräumt und die Zutaten werden geschnibbelt.
Am Abend ist mächtig Betrieb. Von Woche zu Woche kann man das Gebäude wachsen sehen, das zieht die Freunde an.
Donnerstag, 3.Juli 2008
Der Nachpizzatag beginnt mit Aufräumen und Spülen.
Daniel, Wonni und ich machen uns an die Säulen. Sie sollen provisorisch gestellt werden, damit wir den Fuß an die Steine anpassen können.
Heike stößt dazu, verbessert unsere Rückentechnik und hilft beim Aufrichten.
Immer wieder heben wir die Säulen von den Steinen, stemmen die Unterseite so zurecht, daß sie passen. Dann in der Abenddämmerung werden die Steine gebohrt, die Gewindestangen eingeklebt und die Säulenfüße gebohrt.
Freitag, 4. Juli 2008
Die nächsten Schritte, die nun folgen werden unsere ganze Konzentration erfordern. Die Säulen stehen im Lot, wir haben sie nur “eingeguckt”, da es bei diesen Rundlingen keine für genaue Messungen verwertbare Gerade gibt. Nun stehen sie provisorisch befestigt. Am nächsten Tag sollen die übrigen Verbindungen eingemessen werden.
Wir fertigen Stiele, auf denen die Unterzüge liegen sollen, die wiederum die Auflage für die Deckenbalken bilden.
Auf dem Bühnenportal befestigen wir das Rähm Ostseite.
Wonni legt auf dem Fundamentsockel eine letzte Ecke Nebengebäude an, bevor er uns für zwei Wochen verläßt.
Samstag, 5. Juli 2008
Es ist glühend heiß und hell. Den ganzen Tag sind Daniel und ich mit den Knoten beschäftigt.
Von den stehenden Säulen spannen wir Schnüre, Daniel baut Hilfshölzer, die in die ausgestemmten Bereiche der Säule gehalten werden können und anhand derer wir den Winkel der “Brüstungen” festlegen. Das ist ein Wagnis. Zu keiner Zeit können wir das Ergebnis vorab wirklich überprüfen. Erst wenn der Unterzug, den es in dieser Dimension nur einmal gibt, den wir auf keinen Fall verschneiden dürfen, der Deckenbalken, der auf die Säule läuft, die vier geschweiften Kopfbänder und das Sattelholz am oberen Ende mit seinen beiden Kopfbändern komplett am Boden produziert worden sind und dann im Gebäude aufgestellt werden, wird sich herausstellen, ob alles zusammenpasst.
Bis in den Abend hinein arbeiten wir an den Säulen. Daniel in der Verantwortung, ich mit dem Stemmeisen, soweit ich kann.
Sonntag, 6.Juli 2008
Die Arbeit am Sonntag beschränkt sich auf Heumachen, Haus aufräumen, Marmelade kochen und andere Kleinigkeiten.
Bis zum Richtfest bleiben uns etwas mehr als drei Wochen.
Montag, 7. Juli 2008
Daniel ist am Knoten, passt die Unterzüge an, das sind die langen Balken, auf denen später die Deckenbalken liegen werden. Auf dem Bild die Balken, die von den blauen Spanngurten zusammengehalten werden.
Dann werden die sichelförmigen Kopfbänder eingepasst. Auf dem Bild oben sind sie zu sehen, die kurzen leicht geschwungenen Hölzer.
Ich schneide Zapfen, stemme Verkämmungen in die Deckenbalken. Eine Verkämmung ist eine Art Klaue, die aus dem Deckenbalken und aus dem Unterzug und dem Rähm, auf denen der Deckenbalken aufliegt, herausgestemmt wird. Wenn die Deckenbalken aufgelegt werden ergibt sich so eine Zugfeste Verbindung der Schmalseiten des Gebäudes.
Dienstag, 8. Juli 2008
Daniel arbeitet weiter am Knoten, passt die Kopfbänder an die Unterzüge an.
Kopfbänder sind kurze Diagonale Aussteifungen, die für die Steifigkeit der Bauteile sorgen.
Ähnlich den Streben nehmen sie seitliche Druckkräfte auf, reichen aber nicht über die gesamte Wandhöhe sondern nur in Kopfhöhe über ein Drittel der Wandhöhe.
Am Abend kommen Johanna und Frank an.
Mittwoch, 9. Juli 2008
Daniel setzt den Knoten außerhalb des Gebäudes zusammen. An der Spitze der Säule wird das Sattelholz mit den beiden Kopfbändern montiert. Auf dem Sattelholz wird später die Mittelpfette liegen, die wiederum die Auflage für die Dachsparren darstellt. Claudia reist an.
Mit Frank bereite ich die Pizzaria vor. Die Pizaria selbst wird von Frank, Johanna und Annette bestritten während wir anderen mit Veit zusammen und reichlich Hilfe unserer Freunde vom “Mittwochssalon” den ersten Knoten richten.
Die Säule wird ins Gebäude getragen. Rechts sieht man das Säulenoberteil, die Kopfbänder und das Sattelholz auf dem später die Dachkonstruktion liegen wird.
In der Bildmitte der Säulenteil mit den Zapfenlöchern und Brüstungen, in die die Deckenbalken und der Unterzug eingesteckt werden.
Während der Unterzug gehalten wird, fügt Veit das Kopfband ein.
Können, Glück und Fügung lassen alle Teile miteinander in schöne Verbindung kommen.
Donnerstag, 10. Juli 2008
Keine Bauaktivitäten. Nachpizzatag.
Freitag, 11. Juli 2008
Frank und Johanna reisen ab.
Kristof kommt an. Die Nächsten Tage werden nicht gebaut. Der Büchermarkt in Gingst steht bevor.
Samstag, 12. Juli 2008
Büchermarkt. Claudia reist ab.
Sonntag, 13. Juli 2008
Büchermarkt. Abreise Kristof
Montag, 14. Juli 2008
Nach dem Büchermarktwochenende und der Abreise des Besuchs wird das Haus aufgeräumt.
Wir haben vereinbart, eine Woche Pause einzulegen. Daniel und Veit werden sich dann gemeinsam an den zweiten Knoten machen.
Freitag, 18. Juli 2008
Ich besäume Bretter. Frank sägt das Restholz klein.
Montag, 21. Juli 2008
Veit und Daniel arbeiten am zweiten Knoten und den Deckenbalken.
Rechts sind die Zapfenlöcher für Unterzug und Deckenbalken zu sehen, links die Aufnahme für die Kopfbänder unten.
Wir entscheiden die Wechsel für Treppen und Seiteneingänge.
Wechsel sind Aussparungen in der Deckenbalkenlage, um den engen Raum zwischen zwei Deckenbalken zu vergrößern, beispielsweise um einen Schornstein oder eine Treppe durch die Decke zu führen. Ei Balken wird herausgeschnitten und der Rest, der stehenbleiben soll wird mit Querbalken an den Nachbarbalken verbunden.
Ich besäume Bretter. Annette kocht für uns.
Dienstag, 22. Juli 2008
Veit baut den Knoten zuende.
Daniel arbeitet weiter an den Verkämmungen der Deckenbalken und sägt die Balkenköpfe, das sind die Enden der Balken, die später im Zuschauerraum zu sehen sein werden.
Ich besäume Bretter. Das heißt ich säge mit der Handkreissäge die Rindenkanten des Brettes gerade ab so daß ein gerades oder konisches Brett entsteht. Dazu verwende ich einen Anschlag aus einem geraden Brett, durch das die Spitzen einiger Schrauben ragen und das auf das zu besäumende Brett aufgedrückt wird. So kan ich mit der Handkreissäge an diesem Anschlag entlangfahren.
Später kümmere ich mich mit Frank um den Wall, in dem der Festakt des Richtfestes beginnen soll.
Am Abend kommt Rainald und mit Alfred, Werner, Frank, Veit Daniel und ihm richten wir den zweiten Knoten. Damit sind die kompliziertesten Teile des Gebäudes gestellt.
Mittwoch, 23.Juli 2008
Daniel und ich beenden die Arbeit an den Knoten. Die Verschraubungen werden angebracht und die Kopfbänder mit den eichenen Holznägeln vernagelt.
Frank bereitet die Pizzaria vor und steht am Abend am Ofen, während Daniel und ich die Deckenbalken legen. Bis zum Einbruch der Dunkelheit kreischen die Sägen.
Die Pizzaria ist stark besucht und Frank hat zu kämpfen, uns den Rücken für die Bauarbeiten frei zu halten.
Bis spät in die Nacht sitzen wir und diskutieren über Rainalds Klimawandelprogramm, an dem er gerade arbeitet.
Samstag, 21. Juni 2008
Sonnenwende, der längste Tag.
Christian und Martin machen sich an die Eichenschwelle. Die Eckverbindungen werden mit einem “französischen Druckblatt” gearbeitet.
Es gibt noch einige Verwirrung, da die Schwellen wegen eines Problems beim Aufsägen zum Teil keinen Quadratischen Querschnitt haben, so daß mit dem Hobel nachgearbeitet werden muß.
Am Abend liegt die Schwelle halbwegs und die Probleme sind erkannt.
Wir fahren alle gemeinsam zu Heinrichs Gartenfest.
Sonntag, 22. Juni 2008
Am Vormittag kümmere ich mich um den Garten, nachmittags machen wir einen Ausflug an den Nordstrand und zu den Kreidefelsen.
Montag, 23. Juni 2008
Ab heute stößt Veit dazu.
Martin und Christian korrigieren die Schwelle durch Hobeln und Verschieben. Daniel leitet das Baubüro, ermittelt genaue Maße anhand des Modells und der verschiedenen Pläne. An das Bauteam gehen “Bestellzettel heraus.
Veit und Martin binden Stiele im Paket ab. Das heißt, die Kanthölzer werden mit Spanngurten zusammengezurrt und abgelängt. Dann werden mit entsprechend eingestellten Handkreissägen die Zapfen abgesetzt.
Arbeitsabläufe werden beredet und optimiert.
Daniel und ich klären Maße und Konstruktionsdetails. Am späten Nachmittag wird das erste Element, die Südwest zusammengesetzt, dann werden die geschweiften Streben ausgesucht und den Bauteilen zugeordnet.
Dienstag, 24. Juni 2008
Daniel rechnet im Baubüro. Immer wieder tauchen Unklarheiten zwischen den verschiedenen Entwürfen auf. Es wird erforderlich den ganzen Bau noch einmal durchzurechnen.
Für das Einpassen der geschweiften Streben ist besondere Sorgfalt nötig
da es keine Geraden gibt, von denen sich die Maße auf Schwelle und Rähm übertragen lassen.
Die Innenseite ist die Bundseite, das heißt hier liegen die Balken bündig, da sie von dieser Seite gesehen werden, während sie an der Außenseite durch Dämmung und Schalung verdeckt sein werden.
Am Abend sind drei Erdgeschoßelemente fertig mit Holznägeln vernagelt.
Ich positioniere die Findlinge, auf denen die Säulenfüße montiert werden und betoniere sie ein.
Mittwoch, 25. Juni 2008
Martin und Christian bauen die Nordwestecke zusammen.
Martin macht sich an die Westwand. Daniel rechnet die Ostwand und überprüft die Dachneigung.
Wie jeden Mittwoch findet am Abend die Pizzaria statt, diesmal als Public viewing des Halbfinalspiels, Deutschland/Türkei.
Donnerstag, 26. Juni 2008
Die vier Elemente von Süd und Nordwand werden fertig. Die Westseite ist fast fertig abgebunden, der ganze Bau gerechnet.
Christian und Martin sind noch zwei Tage hier, dann geht es in kleinerer Besetzung weiter.
Freitag, 27. Juni 2008
Die Arbeit konzentriert sich auf die Westwand. Daniel macht die Blätter für die Nord und Südwand erste Etage, Schwelle und Rähm.
Christian passt die zweite geschweifte Strebe in die Westwand ein.
Am Nachmittag, als es mal wieder schauert, fahren wir nach Posewald, um zu hören, ob da vielleicht Wandergesellen sind, die im Anschluß an Christian und Martin hier mitmachen wollen.
Die fünf Gesellen die wir dort treffen, sind allerdings schon auf anderen Baustellen beschäftigt.
Zu Mittag hatte uns Frau Dittrich einen Schweinsbraten gemacht, der uns auch am Abend nocheinmal erfreut.
Samstag, 28. Juni 2008
Christian macht noch eine Strebe für die Westseite fertig. Daniel arbeitet an den Überblattungen, Martin stemmt die Rähme und Schwellen der oberen Etage, Veit stellt die Stiele und Riegel Nord und Südwand oben her.
Gegen Mittag richten wir die Westhälfte, bei leichtem Regen.
Die Bauelemente passen und werden mit Spanngurten verzurrt und mit dem Vorschlaghammer zusammengetrieben.
Nach zwei Stunden steht die Westhälfte.
Am Nachmittag macht Christian los.
Am Abend kommt Wonni an.
Am späten Abend ergibt sich noch eine kleine Feier auf der Baustelle. Wir freuen uns an dem Entstandenen und phantasieren uns in das fertige Gebäude.
Sonntag, 29. Juni 2008
Ruhetag. Am Nachmittag machen wir einen Ausflug zum Backofenfest bei Britta und Frank.
Am Abend wird mit einigen Gästen das Endspiel in der Pizaria angeschaut.
Montag, 30. Juni 2008
Am Morgen reist Martin weiter.
Daniel macht die letzten Blätter für die Nordseite Rähm und das Bühnenportal fertig. Veit geht an die Ostseite. Den ganzen Tag sieht man ihn messen, gelegenlich sägen und fragt sich, was da eigenlich vor sich geht.
Ich meißle die Bundzeichen in die fertigen Bauteile.
Wonni arbeitet an der Lehmfront bei Juhle.
Am Abend gegen 21 Uhr kommt der Ruf: “Jetzt Leute, kloppen wir das Sprengwerk zusammen.
Bei lauter Musik und in atemberaubenden Tempo werden die vier Teile zusammengesetzt und die Sprengwerksstreben aufgelegt.
Die Bühnenöffnung streckt sich über zwei Etagen. Noch lange genießen wir das Bild. In ausgelassener Stimmung beenden wir den Tag.
Das Sprengwerk liegt, am nächsten Tag soll es gestellt werden.
Dienstag, 1. Juli 2008
Das Sprengwerk wird von Daniel genau ausgerichtet, die Streben angezeichnet. Ruhig und konzentriert arbeiten Veit und Daniel an dem entscheidendsten Bauteil, während Petra die Baustelle aufräumt.
Am Abend soll das Sprengwerk aufgestellt werden.
Anspruchsvolle Verbindungen sind herzustellen
Auch Platz für Erotik muß sein.
führt zu überzeugenden Ergebnissen. Das Dorf ist zusammengetrommelt.
Das Bühnenportal beim Kreuzen über schwieriges Gelände.
Und dann mit vereinter Kraft
Vorab der aktualisierte Zeitplan:
Wir liegen ganz gut in der Zeit. Soviel zunächst.
Der Abbund kann planmäßig ab dem 16. Juni beginnen.
Die geschweiften Streben und das Sprengwerk sind fertig.
Die Maurerarbeiten am Hauptgebäude werden bis zum 12. Juni abgeschlossen sein.
Quartiere stehen bereit.
Das Richtfest mit dem Benefizkonzert Rainalds wird am 2. August planmäßig stattfinden.
Nun die letzte Woche im Überblick.
Sonntag, 1. Juni 2008
Mit meinem Vater besuche ich die Insel Vilm.
Montag, 2. Juni 2008
Gunda und Jaqueline reisen weiter.
Wonni hatte die Seuche inzwischen auch erwischt. Er kommt mit dem Fahrrad und mauert den ganzen Tag.
Christian beendet die sichelförmigen Kopfbänder und macht sich an das Sprengwerk.
Dienstag, 3. Mai 2008
Es ist warm, sehr trocken und wie auch in den letzten Tagen herrscht kräftiger Ostwind, der einem ganz schön den Kopf verdrehen kann. Man muß auf Sonnenschutz achten und viel trinken.
Die Partyzelte leisten wichtige Dienste.
Christian baut die Böcke und bringt dabei den Kettenstemmer zum ersten Mal zum Einsatz.
Wonni mauert die ersten zwei Reihen der Nordhälfte. Gelegentlich betrachten wir die Graffitiverzierten Steine und beraten deren Verteilung in der Wand. So baut Wonni neue Bilder.
Ich komme endlich ausgiebig zum Schachten und unternehme wieder meine Wallfahrten.
Mein Vater brennt den rechten Türflügel des Eingangsportals ab, an der in früheren Zeiten jemand mit der Lötlampe wenig segensreich gewirkt hatte. Die doppelflügelige Tür stammt aus einem Binzer Hotel der Gründerzeit.
Am Abend gibt es Spargelsuppe und Salat. Spät sitzen wir noch in kreativer Stimmung und beraten die Ausgestaltung des Innenraumes. Wo kommen die Steine mit den Tierpfotenabdrücken am besten zur Geltung, An welchen Teilen des Gebäudes kann ein Holzbildhauer arbeiten.
Mittwoch, 4. Juni 2008
Christian macht los, wird aber Ende Juni wieder hier auftauchen und beim Abbund helfen.
Wir bereiten die Pizzaria vor. Es ist ganz schön Betrieb am Abend. Das Brot wird ausgezeichnet.
Donnerstag, 5. Juni 2008
Ich mache Mischung für Wonni, der mauert, mein Vater föhnt und schleift. Ich schachte, Wonni nähert sich an der Nordseite der vierten Schicht.
Am Abend betonieren wir die erste Lage Nebengebäude, Westwand.
Freitag, 6. Juni 2008
Mein Vater arbeitet weiter an der Tür. Ich lade Bilder für den Blog hoch und schachte dann. Wonni mauert weiter an der Nordwand. Ich schale am Spätnachmittag. Am Abend gießen wir Beton. Beendet: Das Fundament Nebengebäude Südwestecke, erdbündig bis Nordwand.
Samstag, 7. Juni 2008
Mein Vater reist gegen Mittag ab. Ich arbeite mit Ole. Wonni beendet die Maurerarbeiten an der Westwand des Hauptgebäudes.
In einer kreativen Gartensitzung lege ich die Raumaufteilung der Nordseite fest. Die Sauna wir später an das Gebäude angeschleppt. Es ist nun genug Platz für Toiletten und ein Bad.
Sonntag, 8. Juni 2008
Am Morgen gießen wir das Westfundament Nebengebäude. Die Zeit wird knapp, aber wir werden bis Donnerstag die Betonarbeiten am Fundament abgeschlossen haben und die Mauern des Nebengebäudes soweit festgelegt haben, daß mit dem Abbund sowohl des Haupt, als auch des Nebengebäudes begonnen werden kann.
Am Abend beschäftige ich mich mit der Position von Schornstein, Ofen und Treppe im Hauptgebäude. Es wird einen Lehmofen geben, ähnlich wie im Haus, der den Saal heizen kann und möglicherweise um ein Warmluftsystem bereichert ist. Der Schornstein soll an der Nordwand liegen wo er die Sicht auf die Bühne am wenigsten beeinträchtigt. Die Treppe wird in der Nordwestecke sein, Viertelgewendelt.
Für die Auflagen der Säulen wählte ich zwei Feldsteine aus, die mir immer schon als besonders charaktervoll erschienen.
Es ist noch immer trocken und warm. Die Sonne brennt unerbittlich.
Wonni mauert die Nordseite zuende. Ich schachte die Ostseite, nachdem ich das Holunderwurzelwerk gerodet habe. Bis zur Abenddämmerung betonieren wir den Graben.
Dienstag, 10. Juni 2008
Ich schachte die Nordostecke. Am Nachmittag bin ich durch. Wonni mauert die Nordostecke des Hauptgebäudes und beendet gleichzeitig mit mir den Bauabschnitt.
Damit gibt es heute etwas zu feiern. Nachdem wir noch am Abend die Südostecke bis zur Oberkante betoniert haben, stoßen wir an.
Noch immer ist es trocken, doch zeigen sich erste Wolken, was das Arbeiten sehr erleichtert. Allerdings bleibt der ersehnte Regen aus.
Mittwoch, 11. Juni 2008
Am Morgen kommt der Betonkies, diesmal in besonders zweifelhafter Qualität. Nicht nur deutlich Lehmig, sondern auch noch mit allerhand Wurzelwerk duchsetzt. Wir setzen die Zementmenge herauf.
Bis halb eins gießen wir die Nordostecke. Wonni beginnt die Wandanschlüsse zu mauern und ich bereite die Pizzaria vor. Wieder wird es am Abend sehr voll.
Donnerstag, 12. Juni 2008
Ich schale die Nord und Ostseite. Wonni mauert, legt die Nordostecke und die Garagenseite an.
Anschließend gießen wir Beton. Am Spätnachmittag reist Wonni ab.
Freitag, 13. Juni 2008
Ich habe frei.
Samstag, 14. Juni 2008
Ruhetag, ich mache den Umzug in den Zirkuswagen. m bend gibt es eine nette Party anläßlich des Skulpturensommers bei Graf Knyphausen.
Sonntag, 15. Juni 2008
Ruhetag. Trödelmarkt in Gingst.
Montag, 16. Juni, 2008
Heute geht laut Plan der Abbund los. Ich schale die Nordseite aus, räume das Baufeld auf und kümmere mich um liegengebliebene Überweisungen. Veit ruft an. Er kommt am Donnerstag dazu, hat noch eine große Handkreissäge und einen Balkenhobel angeschafft, Daniel hat einen Bohrhammer besorgt.
Dienstag, 17. Juni 2008
Ich sense die Holzstapel frei, die einzuwachsen beginnen. etzt, wo es wieder ab und zu regnet, kommt einiges an Arbeit dazu. Die Rosen blühen prächtig. Ich bin mit der Volksküche dran. Es gibt Spargel und zum Abschluß Erdbeeren mit Schlagsahne.
Am Vorabend trifft ein Wandergeselle ein, Martin, Zimmerer von den “Freien Voigtländern”, wie Christian, über den er auch hierherfand. Er kündigt Christian für Donnerstag an. Sie werden eine Woche bleiben, bevor es nach Rumänien, nach Hermannstadt weitergeht.
Am Abend kommt Sebastian mit dem Fahrrad hier an. Er war für ein paar Tage in Kopenhagen.
Mittwoch, 18. Juni 2008
Ich bereite die Pizzaria vor. Martin baut die Böcke fertig, die Christian angefangen hatte und macht sich an die Holznägel. Am Abend kommt Veit. So gibt es erste Absprachen, was die Vorgehensweise angeht.
Donnerstag, 19. Juni 2008
Martin baut Böcke. Sebastian schneidet die Pflanzungen der letzten zwei Jahre frei. Ich räume die Pizzaria auf. Am Abend kommt Christian. Ab Gagern hatte Daniel ihn mitgenommen.
Freitag, 20. Juni 2008
Der Hufschmied war angesagt, deshalb fahen wir aus, um die Pferde etwas zu ermüden, damit sie ihre Energie nicht beim Beschlagen unter Beweis zu stellen versuchen.
Christian und Martin bauen Böcke. Aus den Abschnitten des Sprengwerks werden besonders formschöne Exemplare.
Am Abend findet die große Baubesprechung statt. Es geht ganz schön zur Sache. Wer soll den Hut aufhaben, beziehungsweise den Gesamtüberblick. Veit schlägt vor , Daniel solle soweit wie möglich den Bau durchschauen. Wir verwerfen den Gedanken, das gesamte Gebäude vorher anzureißen, zu viele Fehler könnten sich so einschleichen.
Am Samstag soll die Schwelle gelegt werden, dann werden wir Etage für Etage vorgehen. So wird der Samstag zum Start des Abbunds. Veit steigt am Montag ein.
Sonntag, 18.5.2008
Am Nachmittag, als die Geburtstagsrunde in der Sonne das Leben genießt, stehen plötzlich zwei Wandergesellinnen im Garten. Eine von ihnen ist Gunda, die Schneiderin, die vor anderthalb Jahren mit Ulf dem Schmied einige Zeit hier im Ort verbrachte.
So eine Freude. Sie bringt eine junge Tischlerin los, Jaqueline. Die beiden werden ein paar Tage bleiben.
Am Abend gibt es ein großes Spargelessen, das Abschiedsessen für Matthias und seine Feierrunde, die ihm zu seiner Frühjahrskur gefolgt ist.
Montag, 19. Mai 2008
Am Vormittag reisen Matthias und Dirk ab. Gunda und Jaqueline machen sich ans Bretterschälen. Wonni und ich gießen drei Stunden lang Beton.
Der Kettenstemmer ist eingetroffen und ist in Ordnung.
Dienstag, 20. Mai 2008
Heute stieß Christian zu uns. Der dritte Wandergeselle, auch ein Tischler, der noch am Vormittag wegen einer Fußverletzung aus dem Krankenhaus entlassen worden war.
Ich biege die Gewindestangen. Am Nachmittag ein Gespräch mit Wonni. Der Zeitplan ist eng, wenn wir nicht einen Zahn zulegen, kann es knapp werden.
Am Abend ist der dritte Betonguß Fundament getan, die Gewindestangen sind gesetzt.
Christian würde gern zu Übungszwecken ein paar Balken handbehauen. Ich werde die entsprechenden Stämme noch nachordern, da uns der Förster wegen des Frostringes in der Eiche noch etwas schuldet.
Mittwoch, 21.Mai 2008
Christian und Jaqueline bereiten das Besäumen der Bretter vor, Gunda kümmert sich ums Haus, ich bereite die Pizzaria vor, Wonni mauert eine lange Schicht und beendet die Innenausmauerung. Achim kommt mit einem Freund, Matthiaas zu Besuch um seinen Geburtstag hier zu feiern.
Donnerstag, 22.Mai 2008
Die drei Wandergesellen entrinden und besäumen. Wonni und ich räumen in der anderen Haushälfte auf, dann machen wir uns ans betonieren.
Gegen 20 Uhr sind die Betonarbeiten am Hauptgebäude abgeschlossen. Dominik, ein anderer Freund Achims reist an.
Freitag, 23.Mai 2008
Die Gesellen schälen und besäumen. Ich bereite oben Schlafgelegenheiten für den Sommer vor.
Ich will in den Wagen umziehen und meine Räume oben für die Helfer oder Besucher freigeben.
Ich hoffe, daß die Sommergäste die Versorgung der Bautruppe übernehmen.
Samstag, 24. Mai 2008
Ich bereite meine Lesung vor. Die Gesellen fahren nach Posewald, die Gäste besichtigen Prora.
Wir hatten Hecht vom Fischer geholt, den gibt es am Abend.
Sonntag, 25. Mai 2008
Am Vormittag holen wir Gunda und Jaqueline in Posewald ab und machen einen Ausflug in den Goorwald. Wieder betört uns die herrliche Schirmeiche.
Am Abend meine Lesung im Cafe Meyer.
Montag, 26. Mai 2008
Es regnet den ganzen Tag. Das war bitter nötig. Gunda ist krank. Irgendein fieser Virus geht um, der die Verdauungsbereiche stark fordert.
Wonni kommt gegen Mittag und beginnt zu mauern. Christian und Jaquelinne schälen und besäumen, unter erschwerten Bedingungen, mit nassen Schuhen.
Der Förster liefert die Stämme zum behauen.
Dienstag 27. Mai 2008
Wonni mauert zwölf Stunden. Christian macht sich ans behauen des Probebalkens.
Ich mache Mischung, karre Steine, schlage den Überstand am Fundament weg, wo uns die Schalung gekommen war, rode zwei Holunder, die auf meiner Schachtspur liegen.
Mit Daniel zusammen messe ich die Säulen ein
Christian klären die Vorgehensweise für die geschweiften Streben ab. Aus den gekrümmten Baumteilen hatten wir 16 Zentimeter dicke Bohlen gesägt, die zu den geschweiften Streben werden sollen. Am Abend macht Achim Kartoffelpuffer für die ganze Bande und später kommt noch der Mandelsulz auf den Tisch.
Mittwoch 28. Mai 2008.
Christian macht sich an die Streben. Es dauert eine Weile, bis sich herauskristallisiert, daß ein Anschlag für die Kettensäge dringend erforderlich ist. So wird das Schwert durchbohrt und mit zwei Eichenklötzen der Anschlag gebaut, damit im rechten Winkel gesägt werden kann.
Wonni mauert den ganzen Tag. Er legt die Südwestecke an.
Seuchenmäßig hat es jetzt Jaqueline erwischt. Gunda und ich bereiten die Pizzaria vor, Daniel macht die Teige.
Während die ersten Gäste eintrudeln stehe ich noch am Mischer und mache Wonni die Mischung für den nächsten Morgen, dann stehe ich am Ofen. Gegen Mitternacht holen wir ein sehr gute Roggensauerteigbrote aus dem Ofen.
Donnerstag, 29. Mai 2008
Wonni mauert elf Stunden, Christian arbeitet an den geschweiften Streben, ich karre Steine, schachte und fahre Erde zum Wall.
Am Morgen war Erika Pauline da. Sie ist Pastorin, hatte früher einen Lehrstuhl in Camebridge für feministische Theologie inne und ich wünsche mir, daß sie zum Richtfest eine Andacht hält, oder einen Segen über das Gebäude spricht.
Wir unterhalten uns lange über die Geschichte des Segnens, die Arten der Segnung. Sie hatte einen Text von Pasolini herausgesucht, der sehr schön unseren nichtkonsumistischen Ansatz beschreibt. Das werden sicher spannende Gespräche mit den Helfern und Förderern. Tritt Erika im Talar auf, so ist das eine Amtshandlung. Was für Gottesbilder sind hier vertreten. Kann man einen Balken beschriften mit “Gott segne dieses Haus” oder gerät man da in eine kirchliche Ecke, in die man nicht kommen will. Welche Kraft bezeichnen wir als Gott?
Am Abend nach einer nachmittäglichen Keksmahlzeit, gehen Gunda, Achim und ich im Pansevitzer Park spazieren und sind völlig bezaubert von dessen Schönheit. Davor mußte ich als Gemeindevertreter noch an einer Gemeinderatssitzung teilnehmen. Wie es um den Bau steht, wurde gefragt. Es ruht auch von dieser Seite eine gewisse Aufmerksamkeit auf dem Projekt.
Ob die “Künstler” das hinkriegen. Immerhin haben sie es hingekriegt, das Holz aus dem Pansevitzer Forst zu ordern und zu verarbeiten, das heischt Respekt.
Freitag, 30. Mai 2008
Früh säge ich auf dem immer kleiner werdenden Holzstapel vorne die unbesäumten Bretter zurecht. Christian ist den ganzen Tag an den Streben. Zwischendurch gibt die große Kettensäge den Geist auf und wir müssen meine kleinere umbauen. Am Nachmittag haben Jaqueline und Gunda den großen Bretterhaufen bewältigt. Ich schachte.
Wonni mauert die Südseite zuende. Damit ist die Hälfte des Hauptgebäudes geschafft. Am Abend spanne ich an und wir fahren nach Gagern zum Milchholen. Die Wiesen sind frisch gemäht und so kann ich große Strecken im Gallopp unserem Ziel entgegenjagen.
Mit den jetzt ruhigen Pferden fahren wir noch eine Stunde lang Holz. Jetzt sind die Kanthölzer alle auf dem Bauplatz. Die geschweiften Streben sind fertig.
Das Sprengwerk liegt zum Besäumen bereit. Achim kocht ein wunderbares Gulasch. Es ist sein letzter Abend hier.
Samstag, 31. Mai 2008
Am Vorabend kommt mein Vater per Bahn hier an. In ganz Süddeutschland gab es Unwetter. Hier fiel schon lange kein Regentropfen mehr.
In der Nacht hat das Virus dann auch mich erwischt. Unterdessen entwickelt sich Sebastians Beet auf dem Aushubhausen ganz großartig.
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